Entwicklung eines Selbstlernprogramms zur Burnoutprävention bei Fußballtrainern

Rainer Schliermann

Entwicklung eines Selbstlernprogramms zur Burnoutprävention bei Fußballtrainern

Band 54

ISBN

978-3-88020-447-8

Buchreihe:

Sportwissenschaftliche Dissertationen und Habilitationen

Band:

54

Format:

DIN A5

Auflage:

1.

Publikationsjahr:

2005

Seitenzahl:

396

42,50 €

inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

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Wissenswertes

Fußballtrainer des höheren Leistungsbereichs sehen sich nachweislich vielfältigen Anforderungen ausgesetzt, die Stress verursachen können und bei längerfristig ineffektiver Verarbeitung u.U. zum Burnoutsyndrom führen. Die Dissertation (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2004) versucht theoretisch und empirisch abgestützte Vorschläge zu präsentieren, wie ein primärpräventiv orientiertes Trainingsmanual (Textbuch; Lehrbuch) gestaltet werden sollte, um dem Fußballtrainer selbstständig (also ohne begleitende, kontinuierliche Seminarbesuche) wirksame Burnout-Gegenstrategien zu vermitteln. Die Arbeit geht explizit von einer interdisziplinär-sozialwissenschaftlichen Perspektive aus und bedient sich Erkenntnissen aus Psychologie und Erziehungswissenschaft.

Die ersten acht Kapitel entwerfen schrittweise ein ressourcenbezogenes Burnoutmodell für Fußballtrainer, mit dem die Burnoutentstehung erklärbar ist und das gleichzeitig als Interventionsgrundlage der Fundierung burnoutprotektiver Techniken gilt. Insofern wird neben der Anforderungsstruktur von Fußballtrainern (Kap. 1) inklusive ausgewählter Stresstheorien v.a. auf die Gesundheitsressourcen Stressbewältigung (Kap. 2), Erholung (Kap. 3) und Selbstwirksamkeitserwartung (Kap. 4) detailliert eingegangen. Sie werden hinsichtlich theoretischer Vorstellungen, diagnostischer Optionen und empirischer Resultate vorgestellt. Nach einem ausführlichen, kritischen Überblick zum Burnout-Syndrom (Kap. 5) wird schließlich das o.g. ressourcenbezogene Burnoutmodell in seinen Wechselbeziehungen eingehend erörtert (Kap. 6). Die folgenden Abhandlungen (Kap. 7) stellen die durchgeführten quantitativen und qualitativen Studien zu ausgewählten Aspekten zum Burnoutmodell dar. Besonders die Resultate der Interviewstudie mit Cheftrainern der Profiligen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (n=31) erbringen zentrale Aussagen, um letztlich auf Fußballtrainer abgestimmte Präventionsmethoden (Programmbausteine) vorzuschlagen (Kap. 8).

Die Kapitel 9 bis 15 greifen v.a. andragogische Elemente auf, die im Lehr-Lern-Modell der Burnoutprävention bei Fußballtrainern für das selbstständige Erlernen entsprechender Präventionstechniken als relevant erachtet werden, d.h. die sowohl auf die Lernaktivitäten der Fußballtrainer als auch den didaktischen Umset-zungen im Manual einwirken. Das Kap. 9 geht auf das Lernen Erwachsener näher ein und setzt sich u.a. kritisch mit der oft (zu) pessimistischen Auffassung von Lern-Unmöglichkeiten im fortschreitenden Alter auseinander. Es wird dargelegt, dass Erwachsene bei Beachtung bestimmter Prämissen sehr wohl lernfähig sind. Im darauf folgenden Abschnitt wird das Textverstehen und -verarbeiten thematisiert, das – auf Grund des Operierens mit gedruckten Worten im Manual – besondere Relevanz erfährt. Auf instruktions- und kognitionspsychologische Befunde gestützt, lassen sich Empfehlungen für verständlichkeitsoptimierte Textgestaltung des Handbuchs ableiten (Kap. 10). Eine differenzierte Erörterung zum Konstrukt Selbstgesteuertes Lernen präsentiert Kapitel 11. Es wird argumentiert, dass völlige Selbststeuerung im Lernen der Fußballtrainer nicht erfolgsversprechend erscheint und stattdessen Elemente von Fremd- und Selbststeuerung zu kombinieren sind. Die Rolle von kybernetischer Pädagogik bzw. programmierter Instruktion wird diesbezüglich näher beleuchtet. Das Kapitel 12 zum Fertigkeitslernen verdeutlicht u.a. letztgenannte Forderung nach gezielten Instruktionsphasen, denen in vielen postulierten Theorien entscheidender Anteil am Lernerfolg zugesprochen wird. Sollen die Trainer wirkungsvolle Prävention betreiben, so müssen sie die gelernten Inhalte und Techniken tatsächlich in ihrem Traineralltag anwenden. Das Kapitel 13 geht aus kognitionspsychologischer und wissenssoziologisch-professionstheoretischer Perspektive der Frage nach, weshalb scheinbar hinreichend gelerntes und beherrschtes Wissen dennoch nicht im Praxisalltag genutzt wird. Beide Positionen lassen mehrere Schlussfolgerungen für Lehr-Lern-Prozesse zu, die für tatsächlich angewandte Burnoutprävention bei Fußballtrainern nutzbar sind. Inwiefern eine einmalig dem Selbstlernen mittels Trainingsmanual vorgeschaltete pädagogische Beratung rsp. Lernberatung lernerleichternd wirken kann, beschreibt Kapitel 14. Im vorletzten Abschnitt (Kap. 15) erfolgt eine Synthese der bisher beschriebenen Konzepte im Lehr-Lern-Modell der Burnoutprävention bei Fußballtrainern. Sie stellt theoretisch gestützt dar, welche Aneignungsaktivitäten der Fußballtrainer in bestimmten Lernphasen jeweils realisieren sollte und inwiefern diese im Manual zu unterstützen sind. Den Abschluss bilden eine Zusammenfassung zentraler Inhalte der Dissertation sowie eine kritische Diskussion.

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